Sind Beiträge oder Videos nicht mehr aufrufbar, sind sie der alltäglichen Zensur anheimgefallen,
im besten Deutschland aller Zeiten; ich sorge in jedem Fall für Wiedereinstellung oder Ersatz.
"AUCH WENN DIE WAHRHEIT GELÖSCHT WIRD, SIE WIRD HERAUSKOMMEN."

AUFSTÄNDIGE - FREIHEITSAKTIVISTEN

"IN DEUTSCHLAND KANN ES KEINE REVOLUTION GEBEN,
WEIL MAN DAZU DEN RASEN BETRETEN MÜSSTE."


(Zitat: Josef STALIN, 1878-1953,
Politiker und Diktator der ehem. Sowjetunion)

Möge die Liebe die letzte große Tat sein, welche die Welt erschüttert !

FREIHEIT wird aus MUT gemacht !
GERECHTIGKEIT auch !

Möge die Liebe die letzte große Tat sein, welche die Welt erschüttert !

GEGEN das VERGESSEN

Gegen das Vergessen

    Polizeieinsätze - erschütternde Realität im besten Deutschland aller Zeiten und weltweit
    das Ziel: friedliche Demonstranten, ohne Messer und Todesfahrzeuge

... im Gedenken an all die zerstörten Seelen, Familien, Freundschaften und Existenzen; den Verlust von Vertrauen, Zuversicht, psychischer und körperlicher Folgeschäden durch eine menschenverachtende Politik, auf Lug und Trug basierend ...

... in Hoffnung auf Rehabilitierung all Derer, die ins Exil flüchten mußten und Alles verloren haben, die verurteilt wurden und deren Hab und Gut konfisziert bleibt aufgrund einer Straftat, die "freie Meinungsäußerung" heißt, und auf die baldige Freilassung der politischen Gefangenen, die teils unter "weißer Folter" und ohne Verurteilung in Deutschlands Haftanstalten festgehalten werden ...


Gegen das Vergessen


(im Hintergrund die Schlußrede von Charlie Chaplin, aus dem Film "Der große Diktator", 1940)


Im Gedenken auch an die derzeit in deutschen Gefängnissen (teils unter weiße-folterähnlichen Bedingungen) inhaftierten politischen Häftlinge Dr. Reiner FÜLLMICH, Johanna FINDEISEN, Dr. HABIG, uvm., die KEINE Straftat begangen haben, außer die freie Meinungsäußerung in einem vermeintlich freien Land gewagt zu haben, ... und die "Verbannten" aus Deutschland, die Verfolgten, wie Dr. Bodo SCHIFFMANN, Prof. Dr. Stefan HOCKERTZ, Dr. Carola JAVID-KISTEL, Prof. Dr. Martin HADITSCH,  u.v.m.


mit voller Wucht gegen das Versammlungsrecht und das Recht auf Protest



Wir vergessen nicht - einfach mal reinhören



Ereignisort: Deutschland - Polizeieinsätze

    erschütternde Realität im besten Deutschland aller Zeiten
    das Ziel: friedliche Demonstranten, ohne Messer und Todesfahrzeuge

    (im Hintergrund die Schlußrede von Charlie Chaplin aus dem Film "Der große Diktator", 1940)


gegen das Vergessen

... FREIHEIT heißt VERANTWORTUNG ...

"FREIHEIT HEISST VERANTWORTUNG.
DESHALB WIRD SIE VON DEN MEISTEN MENSCHEN GEFÜRCHTET."

(Zitat: GEORGE Bernard SHAW, 1856-1950, Irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist,
erhielt 1925 den Nobelpreis für Literatur und 1939 den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch)

... BEMERKENSWERTES - nur so nebenbei ...

"VIELLEICHT BIN ICH UNKLUG,
ABER ICH WILL NICHT FEIGE SEIN."

(Zitat: MONSIGNORE HEINRICH Karl Joseph FEUERSTEIN, 1877-1942, Deutscher römisch-katholischer Priester,
wurde von den Nazis im KZ Dachau ermordet, weil er gegen die Aktion T4 predigte,
einem Euthanasieprogramm der Nazis , bei der untaugliches, nicht lebenswertes Leben vernichtet wurde:
Kranke, Alte, Menschen mit Behinderung;
Grossonkel von Viviane FISCHER (Rechtsanwältin), u.a. Mitbegründerin des Corona-Ausschusses)

DEMONSTRATIONEN

... BEDENKT !!! ...

Der heißeste Platz der Hölle ist für jene bestimmt, die in Zeiten der Krise neutral bleiben. (Dante Alighieri)

Zitat: Dante ALIGHIERI, 1265-1321, Italienischer Dichter)

... Der einzige Weg, ...

"DER EINZIGE WEG,
UM MIT EINER UNFREIEN WELT FERTIG ZU WERDEN,
IST,
SO ABSOLUT FREI ZU WERDEN,
DASS DIE EIGENE BLOSSE EXISTENZ
ZU EINEM AKT DER REBELLION WIRD."

(Zitat: Albert CAMUS, 1913-1960, Französischer Schriftsteller, Philosoph und Religionskritiker;
erhielt 1957 für sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur)

WIDERSTAND tut NOT

... Reden ist Silber und Schweigen ist Gold ...

Reden ist Silber
und schweigen ist Gold.
Wer Gold hat kann schweigen.
Doch wer hat gewollt,
daß Du nach der Weise
entmündigter Greise
nur heimlich und leise
das Unrecht verfluchst?
Denn schweigst Du nur immer,
wird alles nur schlimmer,
siehst nie einen Schimmer
vom Recht, das Du suchst.
Denn für den, der nichts tut,
der nur schweigt, so wie Du,
kann die Welt, wie sie ist,
auch so bleiben ...
Wer schweigt - stimmt zu ...

Herman van Veen

Hermannus „Herman“ Jantinus van Veen ist ein niederländischer Singer-Songwriter, Violinist, Schriftsteller, Clown und Schauspieler. 
Im deutschsprachigen Raum wurde er unter anderem mit dem Lied Ich hab’ ein zärtliches Gefühl 
sowie als geistiger Vater der Zeichentrick-Ente Alfred Jodocus Kwak bekannt. 
geboren: 14. März 1945 

(Auf diesen Liedtext stieß ich am 02.08.2020, zur Hoch-Zeit eines der größten Menschheitsverbrechen, 
das ich aus eigener Wahrnehmung so bezeichnn darf, weil ich mitten drin steckte)

QUERDENKER - querdenken

... QUERDENKER - kurz & knapp


Quelle : Ignaz Bearth

von Querkäfern, Schwurbelmaden, Mehlwurmträgern und Nazigrillen ...

Quelle: Ignaz Bearth

... "Außerdem bleiben wir stets aufrecht und zuversichtlich, ...

"Außerdem bleiben wir stets aufrecht und zuversichtlich,
im Zeichen der Freiheit und des konstruktiven Widerstands
gegen Jeden, der uns beherrschen will !"

(Zitat: Oliver GORUS, Unternehmer, Gründer und Eigentümer der Unternehmen der GORUS Gruppe, 
sein Blog: Der SANDWIRT)

Der SANDWIRT

WALDGÄNGER

... Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, ...

"MAN KANN EINEN TEIL DES VOLKES DIE GANZE ZEIT TÄUSCHEN
UND DAS GANZE VOLK EINEN TEIL DER ZEIT.
ABER MAN KANN NICHT DAS GESAMTE VOLK
DIE GANZE ZEIT TÄUSCHEN."

(zugeschrieben: Abraham LINCOLN, 1809-1865, US-Politiker, aus "Milwaukee Daily Journal" vom 29.10.1886)

UNVORSTELLBARES - aber wahr

... Wo UNRECHT zu RECHT wird, ...

"WO UNRECHT ZU RECHT WIRD,
WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT,
GEHORSAM ABER VERBRECHEN !"

(Zitat: Bertolt BRECHT, 1898-1956, Deutscher Dramatiker und Lyriker)

PUTSCHVERSUCHE 

... UNVERHANDELBARES - nur so nebenbei

"FREIHEIT WIRD VON NIEMANDEM GEWÄHRT,
FREIHEITSRECHTE BESTEHEN ALS NATURRECHT !
WENN DER STAAT DARÜBER ENTSCHEIDET,
DASS ER FREIHEIT GEWÄHRT,
IST DER STAAT KEIN RECHTSSTAAT MEHR."

Die Kunst der kleinen Schritte

DIE KUNST DER KLEINEN SCHRITTE .....

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
sondern um Kraft für den Alltag.
Lehr mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei meine Erkenntnisse zu notieren,
von denen ich betroffen bin.
Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenk mir das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.
Ich bitte um Kraft, daß ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte
und hin und wieder Zeit finde für einen kulturellen Genuss.
Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre mich vor dem Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen.
Schenk mir die Erkenntnis, daß Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge und Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran, daß das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick einen Menschen,
der den Mut hat, mir die Wahrheit zu sagen.
Ich möchte Dich und die anderen immer aussprechen lassen.
Die Wahrheit sagt man sich nicht selbst, sie wird einem gesagt.
Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, wenn ich nichts tue.
Gib, dass ich warten kann.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, daß ich diesem schönsten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleih mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick Güte zu zeigen.
Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die unten sind.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.
Lehr mich die Kunst der kleinen Schritte.

(Zitat : ANTOINE de SAINT - EXUPÉRY
1900-1944, Französischer Schriftsteller und Pilot)

PSYCHE von PUTSCHISTEN, KETZERN, AUFSTÄNDISCHEN

... das MUTIGSTE, das man tun kann ...

AUFSTÄNDISCHES - dies & das

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

"DAS ERSTE PRINZIP DES GEWALTFREIEN WIDERSTANDS IST ES,
MIT KEINER FORM DER ENTWÜRDIGUNG ZU KOOPERIEREN."

(Zitat: MOHANDAS Karamchand GANDHI, 1869-1948, Indischer Jurist, Publizist, Pazifist,
Anführer der Indischen Unabhängigkeitsbewegung)

GANDHI marschiert los - der Salzmarsch - von Felix LEITER

12.03.26

Tagesgericht: Heute vor 96 Jahren begann der Salzmarsch

Eindeutig einer meiner Lieblingsschauspieler: Ben Kingsley. Herrlich, wie er in „Iron Man 3“ den Mandarin verkörpert, der zunächst als extremistischer Terrorist auftritt, dann aber von Tony Stark als alkoholkranker Schauspieler entlarvt wird. Einen starken Auftritt hat er auch als Pharao im dritten Teil von „Nachts im Museum“. Aufwühlend seine Darstellung des Itzhak Stern neben Liam Neeson in „Schindlers Liste”. In unzähligen Filmen hat der als Krishna Pandit Bhanji geborene Kingsley mitgespielt. Aber besonders eindrucksvoll fand ich ihn in einem Film von Richard Attenborough, in dem er in der Hauptrolle eine der Persönlichkeiten verkörperte, die ich, seitdem ich den Film gesehen habe, als Vorbild ansehe: Gandhi.

Kingsley erhielt für seine Darstellung 1983 den Oscar. Und ich muss wohl meiner damaligen Freundin so viel von dem Film und auch dann auch von Gandhi vorgeschwärmt haben, dass sie mir das Filmplakat als Poster schenkte.

Ich weiß gar nicht, wo das Poster abgeblieben ist. Vielleicht in einer der Kisten, die ich auf dem Dachboden meiner Eltern zwischenlagere, bis ich dann einmal eine größere Wohnung habe, in die mein ganzes Zeug hineinpasst. Aber jedenfalls dachte ich jetzt wieder an diese Zeit. Jene Freundin habe ich auch schon eine Weile nicht gesehen.

Aber ich erinnerte mich, als ich jetzt davon las, dass sich Gandhis berühmteste Tat nun jährt: Am 12. März begann der Salzmarsch, der den Beginn der Unabhängigkeit Indiens markiert.

Die große Seele

Mahatma Gandhi war Jurist, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist – und wurde durch seine Ideen, sein Handeln, seinen Mut zur geistigen wie politischen Leitfigur der indischen Unabhängigkeitsbewegung.

Geboren wurde er als Mohandas Karamchand Gandhi am 2. Oktober 1869 im heutigen indischen Bundesstaat Gujarat. Sein Geburtstag wird in Indien als „Gandhi Jayanti“ gefeiert – ein nationaler Gedenktag, der die Verehrung widerspiegelt, die ihm bis heute entgegengebracht wird.

Gandhi stammte aus einer wohlhabenden hinduistischen Kaufmannsfamilie. Früh wurde er mit religiösen Traditionen, aber auch mit Fragen von Moral und Verantwortung vertraut.

Von 1888 bis 1891 studierte er Jura in London – eine prägende Zeit, in der er nicht nur die britische Rechtsordnung kennenlernte, sondern auch westliche Philosophie und religiöse Texte studierte.

Seine berufliche Laufbahn führte ihn anschließend nach Südafrika. Dort arbeitete er als Rechtsanwalt für eine indische Handelsgesellschaft. 1894 wurde er als erster Inder in Südafrika als Anwalt zugelassen. In dieser Zeit erlebte er selbst rassistische Diskriminierung – Erfahrungen, die sein politisches Bewusstsein nachhaltig schärften. Er begann, sich für die Rechte der indischen Minderheit einzusetzen, verfasste zahlreiche Artikel und gründete 1904 die Zeitung „Indian Opinion“, um Missstände öffentlich zu machen und seine Landsleute zu mobilisieren.

Wobei ich gelesen habe, dass er gegenüber den Schwarzen sich nicht gerade „Gandhi-like“ verhalten haben soll, weil er Inder als etwas „Besseres“ ansah. Gandhi selbst ein Rassist? Manche sagen: „Ja, zu dieser Zeit schon, aber er hat sich entwickelt.” Andere sagen: „Ja, das wirft ein schlechtes Licht auf sein ganzes Wirken, so groß war die ,große Seele’ dann doch nicht.“

Sein Ehrenname „Mahatma“ – „große Seele“ – ist dennoch heute geläufiger als sein Geburtsname.

Gewaltloser Widerstand

Untrennbar verbunden ist sein Name mit dem Prinzip der Gewaltlosigkeit. Gandhi entwickelte und praktizierte die Idee des gewaltfreien Widerstands – des zivilen Ungehorsams als moralische Waffe gegen Unterdrückung. Statt auf Waffen setzte er auf Standhaftigkeit, auf Verweigerung, auf die Kraft des Gewissens. Seine Philosophie der „Satyagraha“ – das Festhalten an der Wahrheit – wurde zum Fundament des indischen Freiheitskampfes.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel war der sogenannte Salzmarsch im Jahr 1930. Das britische Kolonialregime hatte ein Monopol auf Salz verhängt – ein alltägliches Gut, das selbst die Ärmsten zum Überleben benötigten. Anfang März rief Gandhi zu einer Kampagne des zivilen Ungehorsams auf. Am 12. März brach er mit einer kleinen Gruppe von Anhängern in Ahmedabad auf und marschierte rund 388 Kilometer bis zum Küstenort Dandi. Wochenlang zogen sie durch Dörfer und Städte, immer mehr Menschen schlossen sich an. Am 6. April hob Gandhi symbolisch eine Handvoll Salz vom Strand auf – ein einfacher, aber kraftvoller Akt des Widerstands.

Dieser Marsch war mehr als eine Protestaktion. Er war ein Signal an die Welt, dass Unterdrückung nicht mit Gewalt beantwortet werden muss, um wirksam herausgefordert zu werden. Die Bilder des friedlichen Protests gingen um den Globus und machten Gandhi endgültig zu einer internationalen Symbolfigur.

Sein Wirken blieb nicht ohne Folgen. 1947 erlangte Indien die Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft. Doch die Teilung des Landes in Indien und Pakistan führte zu schweren Unruhen. Gandhi setzte sich unermüdlich für Versöhnung zwischen Hindus und Muslimen ein, fastete, appellierte, vermittelte.

Am 30. Januar 1948 wurde der 78-Jährige in Neu-Delhi von einem Attentäter erschossen. Sein Tod erschütterte nicht nur Indien, sondern die ganze Welt. Doch seine Ideen lebten weiter. Bürgerrechtsbewegungen in den USA, Freiheitskämpfer in Afrika, Aktivisten auf allen Kontinenten beriefen sich auf sein Beispiel.

Vielleicht ist es genau das, was mich damals so beeindruckte: dass ein einzelner, schmächtiger Mann mit Brille und Stock dem mächtigen Empire nicht mit Waffen, sondern mit Haltung entgegentrat. Und wenn ich an das verschollene Poster auf dem Dachboden denke, sehe ich nicht nur ein Filmplakat – sondern erinnere mich an jenen Moment im Kino, in dem ich zum ersten Mal begriff, was für eine Kraft in einer „großen Seele“ liegen kann.

Quelle: Der SANDWIRT

Der steigende Preis des Widerstands - von Christoph LEMMER

15.04.25

Wer wäre ich in einer Diktatur? Wäre ich einer der Systemschergen? Wäre ich mutiger Widerstandskämpfer? Wäre ich kriechender Mitläufer?

Es ist noch nicht lange her, da war die Antwort auf diese Frage zwar auch nicht leicht, aber jedenfalls einfacher als heute. Vor 1989 nämlich, als die Mauer noch stand und die Welt geteilt war in West gegen Ost, Demokratie gegen Diktatur, American Way of Life gegen russischen Gulag. Es war insofern einfacher, als wenigstens klar war, was mit Demokratie und Diktatur gemeint war. Diktatur war die SED, die bis heute existiert und sich jetzt nur Linkspartei nennt. Diktatur war die Mauer, waren die Hundeläufe im Grenzstreifen, die Minenfelder und Wachtürme, die Grepos, immer zu zweit und so eingeteilt, dass sie aus verschiedenen Landesteilen kamen und sich möglichst nicht kannten, mit dem Befehl, jeden zu töten, der rübermachen wollte in den freien Westen.

1982 war das Jahr, in dem das letzte Kapitel der kommunistischen Ostblock-Diktatur begann. Da gründeten mutige Widerstandskämpfer in Polen die Gewerkschaft Solidarnosc. Vier Jahre vorher war Karol Wojtyla zum Papst gekürt worden. Ein Pole als Papst! Das gab es vorher nie, aber es war eigentlich logisch, denn kaum ein Land ist katholischer als Polen, ein Problem für die Kommunisten seit jeher. Und jetzt auch noch mit Papst. Das hat ihnen Mut verliehen, den Arbeitern der Lenin-Werft in Danzig mit Lech Walesa als charismatischem Anführer. Das hat ein Momentum ausgelöst.

Solidarnosc hatte wenig später zehn Millionen Mitglieder, bei einer Gesamtbevölkerung von 40 Millionen, Säuglinge und Greise eingerechnet. Die kann kein Diktator einfach so einsperren. Geht einfach nicht. Wenn die kritische Masse einmal überschritten ist, und das war sie in Polen, dann gibt es kein Zurück mehr. Dann ist es auch nicht mehr ganz so schwer, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, nämlich auf der der Freiheit gegen Diktatur und Unterdrückung.

Wie schwer muss es dagegen für Sophie Scholl gewesen sein! Sie und ihr Bruder Hans hatten kein Momentum auf ihrer Seite. Keinen Papst, keine charismatischen Führer, keine Massen und keine Ressourcen. Sie waren zuerst sogar angetan vom Nationalsozialismus, anders als die protestantisch-liberalen Eltern in Ludwigsburg und Stuttgart. Sophie hatte dann 1941 Reichsarbeitsdienst zu leisten und las während dieser Zeit Werke von Augustinus von Hippo. Der war einer der wichtigen frühen Kirchengelehrten. Die kirchliche Sexualmoral ist beispielsweise sein Werk. Dass Sophie Scholl angesichts der atheistischen Grundstimmung und zotiger Sitten im Nazireich bei ihren Dienstgenossinnen belächelt wurde, kann man sich denken.

Ernst wurde die Sache aber dann nach dem Umzug nach München und dem Beginn des Studiums. Hans hatte ein paar Freunde gefunden, die immer entschiedener gegen den Nationalsozialismus eingestellt waren und Sophie durfte mitmachen, nachdem der Bruder sie zuerst raushalten wollte. Als „Weiße Rose“ verfassten sie Flugblätter. Es gab ja noch kein Internet. Aber auch ohne X oder Instagram verbreiteten sich die Botschaften: Schluss mit dem Krieg, Schande über die Ermordung der Juden.

Tatsächlich gehörte die Weiße Rose zu den wenigen Widerstandsgruppen, die sich überhaupt mit dem Massenmord an den Juden befassten und ihn verurteilten – als „fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen“. Das sechste und letzte Flugblatt gelangte in die Hände von Helmuth James Graf von Moltke, der es nach England mitnahm. Dort wurde es nachgedruckt und aus Flugzeugen über Deutschland abgeworfen – nachdem Hans und Sophie Scholl sowie der Mitangeklagte Christoph Probst schon hingerichtet worden waren. Sophie Scholl war erst 22 Jahre alt. Gefasst wurde sie, weil der Hausmeister der Uni sie und ihren Bruder beim Auslegen von Flugblättern erwischte und bei der Gestapo meldete.

Wer also bin ich in einer Diktatur? Sophie oder Hans? Der miese Denunziant? Der befehlsgehorsame Soldat?

Die Frage ist heute noch schwieriger zu beantworten als bis 1989, weil die Grenzen zwischen Diktatur und Demokratie heute verschwommener erscheinen. Galt Russland unter Gorbatschow und Jelzin als wenigstens irgendwie halbdemokratisch, rutschte es in der westlichen Wahrnehmung erst unter Putin wieder zurück ins diktatorische Lager, wo es auch schon war, als der deutsche Kanzler Schröder Putin ironiefrei noch als „lupenreinen Demokraten“ lobte. Anderseits schmäht die deutsche Linke (und nicht nur die) die USA unter Trump als Hort autoritärer Herrschaft bis hin zu Faschismus.

Und in den Corona-Pandemiejahren haben westliche Demokratien quer über den Globus demokratische Grundrechte mal eben so suspendiert und rücken sie seitdem bisweilen nur widerwillig wieder raus. Wer sich dagegen wandte, gilt in den besseren Kreisen bis heute als Außenseiter.

Andererseits schmücken sich gern ausgerechnet die mit den Insignien mutigen Widerstands, die in Wahrheit auf der populären Zeitgeistwelle surfen und deren einziges Risiko sich auf einen zweistelligen Euro-Betrag bemisst. Im Juli 2019 protestierten Eltern des Mannheimer Geschwister-Scholl-Gymnasiums gegen Bußgeldbescheide, weil deren Kinder für Proteste bei „Friday For Future“ den Unterricht schwänzten. Die Eltern schrieben: „Wie kann eine Schule, die sich nach Sophie und Hans Scholl benennt, so mit Kindern umgehen, die sich politisch interessieren und engagieren?”

Wäre es nicht so anmaßend und geschichtsvergessen, man müsste laut lachen. Alberne 88,50 Euro aufgewogen gegen den Galgen. Billigstmut gegen Todesmut, und die selbsternannten Widerstandskämpfer gern mit Gesichtsmaske als Zeichen edler Gesinnung, wie man es bei Friday For Future auch draußen im Freien immer sehen konnte, also auf Seiten derjenigen, die das Lesen eines Buches draußen auf einer Parkbank unter Strafe stellten.

Wer also wäre ich in einer Diktatur? Ich weiß es nicht. Ich musste mich nie entscheiden. In einer Demokratie – und noch sind wir eine – Widerworte zu riskieren, ist keine große Sache. Aber Guido Westerwelle hatte recht: Die Freiheit stirbt zentimeterweise. Und zentimeterweise rückt die Diktatur also näher. Und irgendwann, vielleicht hat man es zuerst gar nicht bemerkt, ist die Freiheit weg.

Dann, und wirklich erst dann, weiß man, was für ein Mensch man ist. Aber schöner und leichter ist das Leben ohne diese Erkenntnis.

Quelle: Der SANDWIRT

... ÜBRIGENS ...

"MAN KANN DINGE NIEMALS VERÄNDERN,
INDEM MAN DIE BEREITS EXISTIERENDE REALITÄT BEKÄMPFT.
WENN DU ETWAS VERÄNDERN WILLST,
ERSCHAFFE EIN NEUES MODELL,
WELCHES DAS VORHANDENE OBSOLET MACHT UND ERSETZT."

(Zitat: Richard BUCKMINSTER FULLER, 1895-1983, US-Amerikanischer Architekt, Visionär, Designer, Philosoph
und Schriftsteller, der die Grundsätze von Aristoteles erkannt und verwendet hat)

AUFSTÄNDIGE

"Der Deutsche gleicht dem Sklaven, 
der seinem Herrn gehorcht, 
ohne Fessel, ohne Peitsche, 
durch das bloße Wort, 
ja durch einen Blick. 
Die Knechtschaft ist in ihm selbst, 
in seiner Seele; 
schlimmer als die materielle Sklaverei 
ist die spiritualisierte. 
Man muß die Deutschen von innen befreien, 
von außen hilft nichts."

(Zitat: Heinrich HEINE, 1797-1856, Deutscher Dichter und Romancier

ASSANGE, Julian (Australischer Investigativ-Journalist, Politaktivist, Programmierer, Computerexperte, Gründer und Sprecher der Enthüllungsplattform "WikiLeaks")

BAUERN-PROTESTE

... UNVERZICHTBARES - nur so nebenbei

"MAN MUSS AUCH DEN MUT ZUR INTOLERANZ
GEGENÜBER DENEN AUFBRINGEN,
DIE DIE DEMOKRATIE GEBRAUCHEN WOLLEN,
UM SIE UMZUBRINGEN."

(Zitat. CARLO SCHMID, 1896-1979, Deutscher Staatsrechtler, einer der Gründerväter des Grundgesetzes)

BUNDESWEHR - wenige mutige Soldaten

... der Weisheit letzter Schluß ...

"Ja, diesem Sinne bin ich ganz ergeben.
Das ist der Weisheit letzter Schluß; 
nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, 
der täglich sie erobern muß."

(aus Faust)

(Zitat: JOHANN Wolfgang von GOETHE, 1749-1832, Schöpfer deutschsprachiger Dichtung, Naturforscher, Politiker)

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

"EIN EINZELNER MENSCH KANN EINER ZEIT NICHT HELFEN ODER SIE RETTEN,
ER KANN NUR AUSDRÜCKEN,
DASS SIE UNTERGEHT."

(Zitat: SÖREN KIERKEGAARD, 1813-1855, Dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller)

DEMO für ALLE - Hedwig von Beverfoerde

... Die Großen hören auf, zu herrschen, ...

"DIE GROSSEN HÖREN AUF, ZU HERRSCHEN,
WENN DIE KLEINEN AUFHÖREN, ZU KRIECHEN."

(Zitat: FRIEDRICH VON SCHILLER, 1759-1805, Deutscher Schriftsteller)


auf YT am 19.09.2024

... AUFMUNTERNDES - nur so nebenbei

Quelle : auf Youtube am 02.10.2024

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

"FREIHEIT IST GLEICHHEIT."

(Zitat: PIERRE JOSEPH PROUDHON, 1809-1865, Französischer Soziologe und Ökonom,
der als Einer der ersten Anarchisten gilt und sich für die Abschaffung der Ausbeutung von Menschen eingesetzt hat)

KIRK, Charlie (US-Amerikanischer politischer Aktivist, Freiheitskämpfer, Autor)

... "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten!" - Notiz an der Zellenwand von Hans Scholl

Feiger Gedanken
Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen,
Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend,
Macht dich nicht frei.

Allen Gewalten
Zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme
Der Götter herbei !

Quelle: Goethe, Lila. Singspiel, 1777. 2. Aufzug, 2. Szene, Magus

SCHOLL, Hans und Sophie Magdalena (Deutsche Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

"WENN ICH NICHT TANZEN KANN,
WILL ICH EURE REVOLUTION NICHT."

(Zitat: EMMA GOLDMAN, 1869-1940, gebürtige Russin (heute: Litauen), emgrierte nach Amerika,
Anarchistin, Friedensaktivistin, Antimilitaristin, Atheistin und feministische Theoretikerin;
spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer anarchistischen politischen Philosophie in den USA
und in Europa in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts)

SNOWDEN, Edward (Datenspezialist, "whistle-blower", Ex-NSA-Mitarbeiter) 

SOMMERFELD, Nirit

... BESINNLICHES - nur so nebenbei

"GAB ES JE EINE GESELLSCHAFT,
DIE WEGEN WIDERSPRUCH UNTERGEGANGEN IST ?
IN UNSERER LEBENSZEIT SIND BEREITS MEHRERE
AN IHRER UNIFORMITÄT GESCHEITERT."

(Zitat: JACOB BRONOWSKI, 1908-1974, Britischer Biologe und Mathematiker;
ist besonders als Autor und Präsentator der BBC-Dokumentation "Der Aufstieg des Menschen "bekannt geworden)

WOLF, Dr., Naomi Rebekah

... Leben und Freiheit beginnen dort, wo die Angst endet

"EIN FREIER MENSCH"

"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein,
ich habe das Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann;
ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten;
ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat ihn versorgt.
Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen,
ich will Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen,
lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens begegnen als ein gesichertes Dasein führen,
lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheiten für Wohltaten hergeben
noch meine Menschenwürde für milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
gerade in die Welt zu blicken und zu erkennen, dies ist mein Werk.
Das alles ist gemeint, wenn wir sagen:
ICH BIN EIN FREIER MENSCH !"

(nach Ludwig Philipp ALBERT SCHWEITZER, 1875-1965, D
eutsch-Französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe,
Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist; gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts;
gründete als der „Urwaldarzt“ ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun)